Wenn du nicht halten kannst, was du versprichst.
Wenn du ein Menü bewirbst, das du nicht anbieten kannst, erzeugst du Enttäuschung. Ein einfacher Prozess verhindert das.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Prüfe, ob deine externe Kommunikation zu jedem Zeitpunkt mit dem übereinstimmt, was du tatsächlich liefern kannst. Eine Diskrepanz erzeugt Enttäuschung, auch wenn das Angebot selbst in Ordnung wäre.
- Erstelle einen einfachen Protokoll für Ausnahmesituationen: Wer heute nicht backt oder liefert, kommuniziert das aktiv, bevor der Kunde eine Erwartung aufbaut.
- Setze die Kundenbrille auf, bevor der Kunde eintritt. Wer die eigene Situation aus Kundenperspektive betrachtet, erkennt die Reibungspunkte, bevor sie Schaden anrichten.
- Stille Kunden gehen. Ein enttäuschter Kunde an der Tankstelle sagt nichts, er kauft woanders. Dasselbe gilt im B2B-Großhandel.
- Nutze vorhandene Alternativen aktiv und sichtbar. Ein Sandwich im Kühlregal ist kein Ersatz für Pommes, aber ein attraktiv präsentierter Salat kann eine neue Erwartung setzen, wenn er früh genug sichtbar ist.
Zeitstempel
Shownotes
Wenn das Bild nicht zur Realität passt
Anne-Marie Vissers beschreibt ein Erlebnis von der Autobahn: Sie betritt eine Tankstelle, sieht auf dem Bildschirm Pommes, Burger und warme Snacks, bestellt, und hört dann, dass heute kein warmes Essen verfügbar ist. Zu wenig Personal, Priorität liegt auf dem Kassenbereich. Verständlich, aber das Erlebnis hinterlässt einen enttäuschten Kunden.
Das eigentliche Problem: der laufende Fernseher
Die Mitarbeiterin ist nicht schuld. Die Entscheidung, bei Personalengpass nur die Tankstelle zu bedienen, ist nachvollziehbar. Das Problem ist der Prozess, der fehlt. Wer nicht backt, muss nicht mit laufenden Menüschleifen für warme Gerichte werben. Anne-Marie Vissers bringt es auf den Punkt: "Ich krieg das nicht im Kopf rein, warum macht man dann halt die Dauerschleife laufen, was man auch total einfach ändern kann?"
Was ein einfacher Prozess bewirkt hätte
- Beim Betreten der Tankstelle sieht der Kunde, was wirklich verfügbar ist: Sandwiches, Salate, Kühlprodukte.
- Die Erwartung wird von Anfang an richtig gesetzt, keine Enttäuschung, keine Irritation.
- Ein Hähnchensandwich oder ein Salat kann attraktiv wirken, wenn er sichtbar präsentiert wird, bevor der Kunde innerlich schon auf Pommes eingestellt ist.
Die Kernaussage für B2B-Unternehmen
Dieses Beispiel ist kein Einzelfall aus dem Tankstellenbereich. In jedem Betrieb gibt es Momente, in denen das, was nach außen kommuniziert wird, nicht mit dem übereinstimmt, was der Kunde tatsächlich erlebt. Das erzeugt stille Frustration, und stille Kunden gehen. Ein Prozess, der die Kundenbrille konsequent aufsetzt, verhindert genau das. Und so einfach kann das Leben sein.
Über Kunden-Erlebnis
Anne-Marie Vissers ist Expertin für messbare Kundenloyalität im B2B-Bereich. Mit der Bewährten 3-Phasen-Methode von Kunden-Erlebnis, bestehend aus Nullmessung, Verbessern und Steuern sowie struktureller Verankerung, hilft sie Unternehmen, Kundenerlebnisse systematisch zu verbessern und Loyalität dauerhaft zu verankern.
Themen
Vollständiges Transkript
Vollständiges Transkript anzeigen
Häufig gestellte Fragen
Was hat eine Tankstelle mit B2B-Kundenerlebnis zu tun?
Das Prinzip ist dasselbe: Wenn das, was ein Unternehmen nach außen kommuniziert, nicht mit dem übereinstimmt, was der Kunde tatsächlich bekommt, entsteht Enttäuschung. Diese Lücke zwischen Erwartung und Realität ist im Großhandel genauso wirksam wie an der Autobahntankstelle.
Warum ist ein falsches Menü auf dem Bildschirm ein Kundenproblem?
Weil der Kunde seine Erwartung aufbaut, bevor er spricht. Wer Pommes sieht, will Pommes. Ein Sandwich als Alternative trifft dann auf Ablehnung, obwohl es objektiv ein gutes Angebot wäre. Erwartungsmanagement beginnt mit dem ersten Kontaktpunkt.
Was ist die einfachste Lösung für solche Situationen?
Ein klares Protokoll für Ausnahmesituationen: Wer heute nicht das volle Angebot liefern kann, stellt sofort sicher, dass nur das Verfügbare sichtbar kommuniziert wird. Das verhindert Enttäuschung, ohne großen Aufwand.
Wie hängt das mit dem Konzept der stillen Kunden zusammen?
Enttäuschte Kunden sagen selten etwas. Sie gehen einfach. In diesem Fall zur nächsten Tankstelle oder beim nächsten Mal woanders. Im B2B-Großhandel passiert dasselbe: Stille Kunden kündigen lautlos, ohne Erklärung.
Was bedeutet Kundenbrille aufsetzen in diesem Kontext?
Die Kundenbrille aufsetzen bedeutet: den eigenen Betrieb so zu betrachten, wie ein Kunde ihn erlebt. Was sieht er zuerst? Was erwartet er dadurch? Und was bekommt er tatsächlich? Diese drei Fragen zeigen sofort, wo Reibung entsteht.
Verwandte Folgen
Kontakt aufnehmen
Möchtest du mehr erfahren oder zusammenarbeiten? Melde dich gerne.
Kontakt aufnehmen
