Buchung nur mit Frühstück: clever oder Kundenfalle?
Ein intern logischer Buchungsprozess wird zur Kundenfalle, wenn Sondersituationen nur per Anruf gelöst werden können.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Prüfe deinen Buchungs- oder Bestellprozess aus Kundenperspektive: Gibt es Situationen, in denen ein Kunde keine Wahl hat außer anzurufen? Genau dort verlierst du Buchungen.
- Intern optimierte Prozesse sind nicht automatisch kundenperspektivisch. Der Unterschied zeigt sich erst, wenn ein Gast oder Kunde eine Sondersituation mitbringt.
- Erreichbarkeit ist Teil des Kundenerlebnisses. Wer anrufen muss und niemanden erreicht, erlebt Reibung, auch wenn das Produkt selbst gut ist.
- Fehlende Flexibilität im Buchungssystem kostet nicht nur Nerven, sie kostet Buchungen. Der Gast, der das Hotel noch nicht kennt, kommt nicht wieder auf diesen Punkt zurück.
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Shownotes
Darum geht es in dieser Folge
Anne-Marie Vissers nimmt euch mit in ein konkretes Kundenerlebnis: ein Hotel, das Frühstück verpflichtend in jede Onlinebuchung einschließt. Der Gedanke dahinter ist nachvollziehbar, kein Gast fühlt sich gedrängt, Frühstück extra zu buchen. Aber was passiert, wenn ein Gast mit Hund kommt und der Hund nicht in den Frühstücksraum darf?
Das Problem aus Kundensicht
- Onlinebuchung ist nur mit Frühstück möglich, keine Alternative im System
- Hunde sind im Hotel erlaubt, aber nicht im Frühstücksraum
- Wer den Hund nicht allein lassen will, kann das Frühstück nicht nutzen
- Lösung: anrufen. Aber da geht erst keiner dran. E-Mail bleibt unbeantwortet. Erst am nächsten Morgen ist alles geregelt.
Was dieser Prozess wirklich kostet
Nicht jeder Gast kennt das Hotel bereits. Wer zum ersten Mal buchen will und auf diese Sackgasse stößt, bucht woanders. Der Buchungsprozess ist intern optimiert, nicht entlang der Kundensituation gedacht. Das ist kein Einzelfall, das ist ein strukturelles Muster: Prozesse, die funktional Sinn ergeben, aber aus Kundensicht nicht funktionieren.
Wie Anne-Marie es auf den Punkt bringt: "Ich muss jedes Mal anrufen und jedes Mal muss ich hinterherrennen. Und das finde ich als Kunde oder als Gast nicht schön."
Der Kern des Problems
Freundlichkeit ist eine Grundvoraussetzung. Aber wenn der Prozess den Gast zwingt, einen Umweg zu nehmen, hilft auch die freundlichste Rezeption nicht. Die fehlende Option, ein Zimmer ohne Frühstück zu buchen, ist die offene Wunde. Nicht die Haltung der Mitarbeiter.
Diese Folge ist Teil eins. In der nächsten Folge nimmt Anne-Marie euch mit in eine weitere Situation aus demselben Hotel, diesmal mit direktem Mitarbeiterkontakt.
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Häufig gestellte Fragen
Warum ist ein Pflichtfrühstück bei der Hotelbuchung ein Problem für Gäste mit Hund?
Weil Hunde oft nicht in den Frühstücksraum dürfen. Wer den Hund nicht allein im Zimmer lassen will, bezahlt dann für ein Frühstück, das er nicht nutzen kann, ohne dass das Buchungssystem eine Alternative anbietet.
Was passiert, wenn ein Buchungsprozess keine Ausnahmen zulässt?
Der Gast muss anrufen oder eine E-Mail schreiben. Wenn niemand erreichbar ist oder die E-Mail unbeantwortet bleibt, entsteht Reibung. Das kostet Vertrauen und im schlechtesten Fall die Buchung.
Wie erkenne ich als Unternehmer, ob mein Prozess aus Kundensicht funktioniert?
Indem du den Prozess aus Kundensicht durchläufst, also die Kundenbrille aufsetzt. Frage: Gibt es Situationen, in denen ein Kunde keine andere Wahl hat als anzurufen? Genau dort zeigt sich die offene Wunde im Prozess.
Warum verliert ein Hotel Buchungen, auch wenn das Produkt gut ist?
Weil Reibung im Buchungsprozess dazu führt, dass Neukunden abspringen, bevor sie das Hotel überhaupt erleben. Wer das Hotel noch nicht kennt, hat keinen emotionalen Kredit und sucht einfach die nächste Option.
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