Zum Inhalt springen
Folge #109

Ausnahmen ohne Absprache: wenn Kulanz zur Katastrophe wird

Eine gut gemeinte Ausnahme an der Rezeption wird zum Problem, wenn das Restaurant und das Frühstücksteam nichts davon wissen.

5 min 45s

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Dokumentiere Ausnahmen sofort und stelle sicher, dass alle betroffenen Abteilungen informiert sind, bevor der Gast oder Kunde darauf vertraut.
  • Freundlichkeit ist eine Grundvoraussetzung, aber sie ersetzt keine funktionierenden internen Kommunikationsstrukturen.
  • Prüfe regelmäßig, ob Absprachen an Übergabepunkten zwischen Abteilungen tatsächlich ankommen, denn genau dort entstehen die meisten Reibungen für Kunden.
  • Eine nicht weitergegebene Ausnahme kostet mehr als eine klare Ablehnung: Sie schafft Verwirrung, Aufwand und Vertrauensverlust auf beiden Seiten.

Zeitstempel

00:00Intro: Entscheidung gegen das eigene Bauchgefühl
00:42Ankunft im Hotel: Frühstück und Hund
01:13Ausnahme genehmigt: Frühstück im Restaurant
01:43Abendliche Bestätigung durch das Restaurant
02:41Morgens: niemand weiß von der Absprache
03:10Diskussion und Eskalation
04:28Was Anne-Marie daraus mitnimmt
05:10Kernbotschaft: Regeln brauchen einheitliche Kommunikation

Shownotes

Wenn Kulanz ohne Kommunikation endet

Anne-Marie Vissers beschreibt in dieser Folge einen konkreten Fall aus einem Hotelaufenthalt: Hund dabei, Frühstücksraum nicht hundefreundlich. Die Rezeption macht eine Ausnahme und verweist ans Restaurant. Das Restaurant gibt grünes Licht. Am nächsten Morgen weiß das Frühstücksteam von nichts.

Das Ergebnis ist kein Serviceproblem im klassischen Sinn. Es ist ein Strukturproblem: Informationen laufen nicht durch, Absprachen werden nicht dokumentiert, und der Gast steht mitten in einer internen Unklarheit.

Was in dieser Folge besprochen wird

  • Wie eine gut gemeinte Ausnahme an der Rezeption zu einem Kommunikationsbruch über drei Abteilungen führt
  • Warum Freundlichkeit allein nicht reicht, wenn interne Abläufe nicht funktionieren
  • Was es bedeutet, wenn Mitarbeitende selbst nicht wissen, was im eigenen Betrieb gilt
  • Warum Anne-Marie sich vorgenommen hat, dieses Hotel bei ihrem nächsten Besuch mit Hund zu meiden

Kernbotschaft

Regeln sind gut. Ausnahmen können sinnvoll sein. Aber beides funktioniert nur, wenn alle Beteiligten mit der Nase in dieselbe Richtung stehen. Wenn das nicht der Fall ist, landet eine gut gemeinte Geste in dem, was Anne-Marie selbst so beschreibt: eine Art Katastrophe, die für Mitarbeitende und Gäste gleichermaßen unangenehm war.

Das ist kein Einzelfall. Im Großhandel passiert dasselbe, wenn ein Key-Account-Manager eine Zusage macht, die der Innendienst nicht kennt. Die Struktur entscheidet, nicht die Absicht.

Bewährte 3-Phasen-Methode von Kunden-Erlebnis

Genau solche Schwachstellen macht die Nullmessung in Phase 1 sichtbar: Wo laufen Informationen nicht durch? Welche Prozesse sind intern optimiert, aber nicht aus Kundenperspektive gedacht? Wer weiß was, und wer nicht? Kundenloyalität beginnt dort, wo Strukturen und Absprachen zuverlässig ineinandergreifen.

Themen

Kundenerlebnis Hotelinterne Kommunikation UnternehmenAusnahmen im KundenserviceProzesse KundenperspektiveKommunikationsbruch MitarbeiterNPS GroßhandelKundenloyalität B2BKundenservice Strukturen

Vollständiges Transkript

Vollständiges Transkript anzeigen
0:00
0Kennst Du das Gefühl, dass Du etwas für dich selber beschlossen hast, dass Du etwas nicht willst, aber letztendlich dich von Mitarbeiter bei einem Betrieb überreden lässt und die anderen trotzdem machst, obwohl das eigentlich bei dir eine andere Entscheidung war dass genau diese Entscheidung letztendlich dann auch zu Diskussionen führt. Das hatte ich letzte Woche. Teil 2 von Urlaub in Teil 2 von Übernachtung mit Hund. Ich hab gestern gesprochen, dass dass Buche halt nicht so ganz reibungslos lief und letztendlich hatten wir dann gebucht und letztendlich hab ich ein Mitarbeiter erreicht und sind wieder dann auch im Hotel angekommen. Das bedeutet, wir kommen bei Rezeption, er ist eine sehr freundliche Mitarbeiterin.
0:42
0Sie hat mich auch erkannt. Das war total nett und ich bezahl die Übernachtung. Und dann hat sie gesagt, ah, Sie haben kein Frühstück gebucht. Nein, weil wir haben ein Hund und ich hab gelesen, dass der Hund nicht im darf, deswegen haben wir das nicht gemacht, weil wir würden Willem nicht alleine im Zimmer lassen, weil er ausm Tierheim kommt und bellt und so weiter. Hat sich gesagt, aber gut, wir machen auch mal Ausnahme, weil wir haben an den Frühstücksraum haben wir das Restaurant und im Restaurant sind Hunde erlaubt.
1:13
0Wär das für sie eine Möglichkeit, um dann in das Restaurant ein Frühstück zu tätigen? Sag ich, ja, das von mir aus okay, aber kann ich dann jetzt das sofort regeln? Nein, sag sie, das geht nicht, weil weil ich morgen nicht da bin und dann dann müssen Sie das heute Abend kurz klären mit jemand ausm Restaurant. Sag ich, das ist auch gar kein Problem, weil wir essen heute Abend auch hier im Restaurant, dann kann ich das sofort fragen. Können Sie mir die Namen nennen von der Person, an wem ich das fragen darf?
1:43
0Ja, alles gut, sagt sie, das sind die Namen. Fragen Sie das heute Abend nach. Heute Abend essen wir und ich gehe zu der Mann, sag hör mal, wir haben morgen haben wir Frühstück hier gebucht, Hund darf nicht im Frühstücksraum. Ich hab gehört, dass wir hier dann in dieses dieses Restaurant das Frühstück nehmen dürfen. Ja, das ist alles kein Problem, das können Sie gerne machen und alles gut.
2:07
0Okay, dann hab ich gedacht, gut, dann frühstücken wir morgen hier, da mussten wir auch gar nicht auf der Suche nach eine Bäckerei, da machen wir das hier vor Ort alles erledigt. Morgens stehen wir auf und wir gehen zum Frühstücksraum und sofort kommt eine Mitarbeiterin zu mir nach mir gelaufen und sagt, hör mal, Sie können hier im Frühstücksraum der Hund nicht mitnehmen. Sagt nein, das weiß ich. Das hab ich gestern bei der Rezeption geklärt. Das hab ich gestern Abend im Restaurant geklärt, aber ich hab mit denen, denen man gesprochen und da der hat zu uns gesagt, dass wir den Frühstück in das Restaurant tätigen dürfen.
2:41
0Stimmt das? Nee, das geht gar nicht. Ich so, nein, wir haben wir sind gerade das Restaurant sind ja an Puste, Sie können da gar nicht essen. Sicher, aber gut, ich hab's gestern Abend geklärt und das war alles in Ordnung und wir könnten hier den Frühstück essen. Und das war eigentlich eine Diskussion und ich hab dann auch gemerkt, dass auch die Mitarbeiterin sich sehr schlecht gefühlt hat, was ich auch verstehen kann, weil da die Kommunikation vorne und hinter natürlich gar nicht stimmt.
3:10
0Letztendlich nach, ich denk nach 10 Minuten, sie ist noch mal, sie hat noch mal weiter gefragt, sie hat noch mal bei ihre Vorgesetzten gefragt, die kam dann auch noch mal zu mir und dann wurde auch noch mal erklärt, warum sich warum weiß ich alles und sie haben auch recht, dass sie es nicht machen. Ich hab's gestern bei Rezeption geklärt, ich hab's gestern im Restaurant geklärt. Es war alles gar kein Problem und jetzt ist es auf einmal ein Problem und jetzt stehe ich da für den für den Fall, dass ich kein Frühstück habe. Letztendlich ist es alles gut gekommen, aber dann saßen wir im Restaurant und das war vielleicht noch das Schlimmste oder nicht das Schlimmste, aber dann saßen wir im Restaurant und bei das Restaurant war auch eine Terrasse. Und das Frühstücksraum hat kein keine Terrasse.
3:55
0Das bedeutet, die Menschen, die rauchen, könnten von Frühstückraum nicht draußen essen. Die, ja, das war, ich kann Ihnen da nicht das ganz gut erklären, aber auf jeden Fall, da kam dahin, dass auf einmal Leute auf der Terrasse bei das Restaurant geraucht habe. Und dann kamen natürlich die Mitarbeiterinnen, die haben das gesehen. Das bedeutet, das war ein Hin- und Hergelaufen ohne Ende. Und ich hab dann auch die Mitarbeiter zusammengehört, dass sie, ja, das geht gar nicht und jetzt sitzen die Menschen da mitm Hund und dann fangen die jetzt auch an, an die Terrassen zu rauchen.
4:28
0Ja, ich kann verstehen, dass das voll und ganz ein Problem ist. Und ich hab mich dann auch wirklich geschämt, dass ich über überhaupt die Frage gestellt habe und ich hab mich auch vorgenommen, nächstes Mal, wenn ich in dieses Hotel komm, weil ich komm da wahrscheinlich öfters und ich hab ein Hund dabei, dann würde ich ich würde da nicht mehr schlafen, weil die einfach alle nicht wissen, es läuft einfach nicht rund. Und das ist auch, was ich etwas, was ich euch heute mitgeben möchte. An sich, wenn ihr Regeln habt, das alles gar kein Problem, das kann ich voll und ganz verstehen. Aber sorgt dann auf jeden Fall, dass allen der gleiche Protokollführer und dass die Strukturen für allen gleich sind und das dann nicht, weil wahrscheinlich wollen die eine Ausnahme machen, um das für mich gut zu tun.
5:10
0Letztendlich ist das gelandet in eigentlich eine Art von Katastrophe, wo ja, was für beide Seite, für die Mitarbeiter und für uns wirklich nicht schön war. Deswegen wollte ich euch, hey, Protokolle sind perfekt, sind gut oder Regeln sind gut, absolut, aber sorgt dafür, dass sie auf jeden Fall für allen, dass die alle mit der Nase gleiche Richtung stehen. Jetzt haben die Mitarbeiterinnen, nicht nur ich hatte ein schlechtes Gewissen, aber auch die Mitarbeiterinnen. Das war's für heute. Tschü tschü.

Häufig gestellte Fragen

Warum reicht es nicht, wenn ein Mitarbeiter eine Ausnahme genehmigt?

Eine Ausnahme gilt nur dann, wenn alle Beteiligten davon wissen. Wird sie nicht weitergegeben, entsteht am nächsten Berührungspunkt Verwirrung. Der Gast oder Kunde trägt die Konsequenzen einer internen Kommunikationslücke, die er selbst nicht verursacht hat.

Was hat das mit Kundenloyalität zu tun?

Anne-Marie hat sich nach diesem Erlebnis vorgenommen, das Hotel bei ihrem nächsten Besuch mit Hund zu meiden. Nicht weil jemand unfreundlich war, sondern weil es einfach nicht rund lief. Loyalität geht verloren, wenn Kunden sich nicht auf das verlassen können, was ihnen zugesagt wurde.

Wie lassen sich solche Kommunikationsbrüche in B2B-Unternehmen vermeiden?

Indem Absprachen dokumentiert und aktiv weitergegeben werden, nicht mündlich von Abteilung zu Abteilung. Die Nullmessung in der Bewährten 3-Phasen-Methode von Kunden-Erlebnis macht genau solche Übergabepunkte sichtbar, bevor sie zu Kundenproblemen werden.

Ist das ein Problem von Freundlichkeit oder von Struktur?

Von Struktur. Alle beteiligten Mitarbeitenden waren freundlich. Das Problem war, dass niemand denselben Informationsstand hatte. Freundlichkeit ist eine Grundvoraussetzung, kein Ersatz für funktionierende interne Prozesse.

Verwandte Folgen

Kontakt aufnehmen

Möchtest du mehr erfahren oder zusammenarbeiten? Melde dich gerne.

Kontakt aufnehmen