Folge #95
Feedback-Box auf der Fähre: Gut gemeint, schlecht gemacht
Kundenfeedback funktioniert nur, wenn die Hemmschwelle niedrig ist und jemand die Ergebnisse tatsächlich auswertet.
7 min 10s
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Senke die Hemmschwelle für Feedback konsequent: Wer Zeit vom Kunden verlangt, muss die Teilnahme so einfach wie möglich machen, mit klaren Formularen, Stift und einer einzigen klaren Frage.
- Benenne intern eine verantwortliche Person für die Auswertung: Feedback ohne Auswertung ist keine Maßnahme, es ist Dekoration.
- Verstehe Kundenfeedback als Steuerungsinstrument: Es zeigt, wo Reibung entsteht, was bereits gut läuft und wo konkret Luft nach oben ist.
- Digitales Feedback senkt die Hemmschwelle weiter: Der Schuhkarton war 2024, heute gibt es einfachere Wege, die Zeit des Kunden zu respektieren.
Zeitstempel
00:00Rückreise von Kopenhagen: der Fähren-Moment
00:25Der Feedbackkarton an der Bordkasse
01:15Warum Feedback oft scheitert: keine Zettel, kein Kuli
02:32Zeit ist das Wertvollste: was Feedback den Kunden wirklich kostet
03:55Hemmschwelle senken als erste Pflicht
04:55Campingplatz-Erfahrung: ausgefüllte Bögen, die niemand las
06:32Die zwei konkreten Tipps für Unternehmen
Shownotes
Worum es in dieser Folge geht
Kundenfeedback ist kein Selbstzweck. Wer einen Feedbackkarton aufstellt, ohne die Hemmschwelle zu senken und ohne Auswertung zu sichern, verschenkt wertvolle Informationen. Anne-Marie Vissers erklärt, warum gut gemeintes Feedback oft wirkungslos bleibt.
Der Auslöser: Fähre von Kopenhagen
Auf der Rückreise von Kopenhagen entdeckt Anne-Marie einen eingepackten Schuhkarton mit der Aufschrift "Feedback" an der Bordkasse. Weder Zettel noch Kugelschreiber lagen bereit. Die Kernfrage, die sie sich stellt: Welches Ziel verfolgt derjenige, der diesen Karton dort hinstellt?
Die zwei häufigsten Fehler beim Kundenfeedback
- Hemmschwelle zu hoch: Feedback kostet den Kunden Zeit, das Wertvollste, was Menschen haben. Wer diese Zeit verlangt, muss die Teilnahme so einfach wie möglich gestalten: Zettel, Stift, klare Fragen.
- Keine Auswertung: Aus eigener Erfahrung auf einem Campingplatz berichtet Anne-Marie, wie vollständig ausgefüllte Fragebögen am Saisonende ungelesen entsorgt wurden. Ausgefülltes Kundenfeedback, das niemand liest, ist vertane Goldmine.
Was wirklich hilft
- Die Teilnahme am Feedback so einfach machen wie möglich, digital oder analog.
- Einen internen Verantwortlichen benennen, der die Auswertung übernimmt und Reibungspunkte entlang der Customer Journey identifiziert.
- Feedback nicht als Servicemaßnahme verstehen, sondern als strategisches Steuerungsinstrument.
Der wichtigste Satz dieser Folge
"Alle Information, die in dem Moment dieser Gast gegeben hat, das ist Gold." Wer dieses Gold nicht aufhebt, hat den Sinn von Feedback nicht verstanden.
Themen
KundenfeedbackNPSFeedback auswertenHemmschwelle senkenCustomer ExperienceFeedbackbogenKundenbefragungKundenloyalitätCX-VerantwortlicherFeedbacksystem
Vollständiges Transkript
Vollständiges Transkript anzeigen
0:00
0Ja, liebe Leute, wir sind gerade zurück von 1 Woche Urlaub von Kopenhagen und diesmal hatten wir zurück nach Hause, haben wir die Fähre, die Fähre genommen. Mit dem Boot sind wir auf jeden Fall wieder zurück nach Deutschland gefahren. Ich weiß nicht, warte immer mit dem Boot. Man fährt dann auf diesem Boot, parkt das Auto und geht dann hoch. Insgesamt dauert diese Fahrt ungefähr 45 Minuten.
0:25
0Ich find's immer cool irgendwo, man hat dann noch mehr das Gefühl von Urlaub. Auf jeden Fall, wir haben unser Auto geparkt, dann sind wir hochgelaufen, genauso wie allen anderen und dann kommt man da halt bei son son ja Restaurant, wo man etwas essen oder trinken kann. Und wir haben da auch tatsächlich haben wir da eine Tasse Kaffee genommen und bei der Kasse stand stand ein Schuhkarton, die war eingepackt und dann steht da Feedback. Und dann denke ich, ich ich lauf da an vorbei und in dem Moment denke ich wirklich, welche Gedanke geht da durch den Kopf, wenn jemand diesen Karton bei das Restaurant hinstellt? Was für Ziel möchtest Du damit erreiche?
1:15
0Und ich sehe es öfters. Ich sehe öfters sehe ich irgendwo in ein Geschäft oder so, da steht da, jede Feedback ist willkommen und dann steht da ein Karton. Eigentlich finde ich es ganz toll, dass es noch auf oldschool, das auf noch eine alte Art und Weise gemacht wird, aber ich weiß nicht, dann denke ich wirklich auf son Boot, die Leute, die kommen hoch, da lagen auch kein Zettel mit mit mit Kulis dabei. Das bedeutet, ich musste dann selber da etwas, denk ich, zusammenpacken, um letztendlich darin Bewertung zu hinterlassen. Das ist eigentlich das erste und aller Sache, die ja und jetzt will ich das nicht, weil ich finde es schon cool, dass Leute letztendlich den Gefühl haben, wir müssen etwas tun.
Häufig gestellte Fragen
Warum füllen Kunden Feedbackbögen oft nicht aus?
Kunden füllen Feedbackbögen nicht aus, weil die Hemmschwelle zu hoch ist. Fehlendes Material, unklare Fragen oder schlechtes Timing kosten Zeit. Wer Feedback will, muss die Teilnahme so einfach wie möglich gestalten, denn Zeit ist das Wertvollste, was ein Kunde hergeben kann.
Was ist der häufigste Fehler beim Kundenfeedback?
Der häufigste Fehler ist fehlende Auswertung. Ausgefüllte Bögen stapeln sich und landen am Ende ungelesen im Archiv oder werden entsorgt. Feedback ohne Auswertung ist keine Maßnahme, es ist verlorene Kundeninformation.
Wer sollte im Unternehmen für Kundenfeedback zuständig sein?
Es braucht eine konkret benannte Person, die für die Auswertung verantwortlich ist. Kein Serviceteam im klassischen Sinn, sondern jemand, der aktiv Reibungspunkte entlang der Customer Journey identifiziert und Verbesserungen einleitet.
Verwandte Folgen
Kontakt aufnehmen
Möchtest du mehr erfahren oder zusammenarbeiten? Melde dich gerne.
Kontakt aufnehmen