Auf einem Campingplatz, auf dem konsequent Feedbackbögen verteilt wurden, war die Resonanz bemerkenswert gut. Die Gäste füllten die Bögen aus, auch die offenen Fragen. Wirklich detaillierte Rückmeldungen, die zeigten, was gut lief und wo Reibung entstand. Ein separater Schrank, eine eigene Ablage. Das System funktionierte, bis die Ablage voll war.
Danach wurden ältere Bögen herausgenommen, irgendwo anders hingestellt, Richtung Lager verlagert und am Ende der Saison weggeworfen. Keine Zeit, keine Energie, keine Auswertung. Alle Informationen dieser Gäste, ihr konkretes Erleben, ihre Hinweise auf Verbesserungspotenzial, alles weg.
Das ist nicht Nachlässigkeit. Das ist das Ergebnis eines Systems ohne Verantwortung. Niemand war dafür zuständig, die Bögen regelmäßig zu lesen. Niemand hatte die Aufgabe, Muster zu erkennen. Niemand hat entschieden, was sich auf Basis des Feedbacks ändert. Laut einer Studie des Temkin Group Research (jetzt Qualtrics XM Institute) setzen weniger als ein Drittel der befragten Unternehmen Kundenfeedback in konkrete Maßnahmen um. Der Rest sammelt Daten, die in Schränken verstauben oder in Datenbanken einschlafen.