Worum geht es in dieser Folge?
Anne-Marie Vissers reagiert auf eine LinkedIn-Diskussion: Sternerestaurants wollen Gäste wegen No-Shows verklagen. Die Reaktionen sind weitgehend zustimmend. Aber ist das der richtige Weg?
Das eigentliche Problem
Ein Couvret im Sternerestaurant kostet 250 bis 500 Euro. Ein leerer Tisch bedeutet echten Umsatzverlust. Die Frustration der Betreiber ist nachvollziehbar. Aber eine Klage bekämpft das Symptom, nicht die Ursache.
- Sternerestaurants werden Wochen oder Monate im Voraus gebucht
- Zwischen Buchung und Besuch entsteht oft Funkstille
- Ohne persönlichen Kontakt bleibt der Gast eine anonyme Reservierung
Was stattdessen funktioniert
Proaktiver Kontakt zwischen Buchung und Besuch baut eine Beziehung auf. Und Beziehung erzeugt Verbindlichkeit. Konkret beschreibt Anne-Marie Vissers folgende Ansätze:
- Zwei bis drei Tage vor dem Besuch persönlich anrufen und den Gast an Datum und Uhrzeit erinnern
- Den Gast willkommen heißen, Anreize schaffen (zum Beispiel früher ankommen, erst an der Bar etwas trinken)
- Zwischendurch eine kurze Nachricht oder Karte schicken, um die Vorfreude aufrechtzuerhalten
Die zentrale Erkenntnis
Wer zwischen Buchung und Besuch eine Beziehung aufbaut, erhöht die Hemmung des Gastes, einfach wegzubleiben, ohne abzusagen. Das Ziel ist nicht null No-Shows, sondern eine spürbare Reduzierung durch proaktives Beziehungsmanagement. Kunden-Erlebnis beginnt nicht am Eingang des Restaurants, es beginnt im Moment der Buchung.