Folge #89
Podcast-Folge mit Phillip Sonnen von Bestattungen Sonnen & Regnery
35 minAktualisiert:

Podcast-Folge mit Phillip Sonnen von Bestattungen Sonnen & Regnery
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Shownotes
Ich habe eine spannende Podcast-Folge mit Phillip Sonnen von Bestattungen Sonnen & Regnery aus Gerolstein aufgenommen , ein Gespräch über Kundenfreundlichkeit in einem Bereich, in dem das Wort 'Kunde' eher fehl am Platz scheint.Phillip spricht lieber von 'Angehörigen', weil es für ihn nicht ums Verkaufen geht, sondern darum, die Wünsche der Verstorbenen und ihrer Familien wirklich zu verstehen. Und das tut er auf beeindruckende Weise: Er hört nicht nur zu, sondern auch - zwischen den Zeilen-.Denn oft verraten kleine Bemerkungen, was sich der oder die Verstorbene wirklich gewünscht hätte. Und dann wird alles möglich gemacht!Ob es das Lieblingsgetränk des Verstorbenen ist, das bei der Trauerfeier serviert wird, oder eine besondere musikalische Überraschung , kein Wunsch ist zu verrückt. Kundenfreundlichkeit auf einem ganz neuen Level!Wie genau das aussieht und warum es in diesem Beruf so wichtig ist, aufmerksam zuzuhören, erfährst du in dieser besonderen Podcast-Folge.Also hör unbedingt rein!
Vollständiges Transkript
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Heute hab ich einen sehr besonderen Gast. Das ist der Herr Philipp Sonnen, 33 Jahre alt und arbeitet in seinem Bestattungshaus in Gerostein, die auch noch eine Filiale habe in Beresborn und in Schönecke. Und wie heute reden wir gar nicht über Kunde. Wir reden heute über Angehörige, weil so wie Philipp Selop sagt, in dieses sensible Thema ist es wichtig, über Angehörige zu sprechen und nicht über Kunde. Was dieses Bestattungshaus und seine Mitarbeiter tun müsse, noch einen Schritt mehr zu machen, letztendlich gut zuzuhören und genau das oder vielleicht noch bisschen mehr zu machen, letztendlich die Angehörige zu begeistern oder wie er selber sagt, dass die am Ende von diesen Trauerfeier sagen, das war eine schöne Feier.
Und alles und noch viel mehr hörst Du gleich in diesen spannenden Podcast. Viel Spaß beim Zuhören. Philipp, Du brauchst gar keinen Meisterbrief und Du brauchst gar keine Ausbildung. Was bedeutet das genau? Ja, das bedeutet, dass eigentlich jeder, der möchte, ein Bestattungshaus eröffnen kann.
Der kann aufs Amt gehen, sich eine Gewerbeanmeldung holen und ist leider direkt ein Bestatter. Wie findest Du das? Ich find das in der momentanen Zeit überhaupt nicht gut. Früher war das vielleicht alles in Ordnung. Früher sagen wir vor 30, 40 Jahren war das alles legitim in Ordnung.
Da war der Schreiner der Bestatter und der hat auch den Sarg gemacht. Und es war aber bei Weitem nicht die Abläufe, die wir heute haben in einem Bestattungshaus. Und da gibt es so viel zu lernen. Du gehst in so viele Sparten rein. Die Ausbildung dauert auch 3 Jahre und ich find's extrem wichtig.
Allein trauerpsychologisch kann man sehr, sehr viel bei Angehörigen falsch machen, wo man dann immer noch zu den Angehörigen sagt, ja, ne, trauerpsychologisch, da da hast Du halt eben sehr zu kämpfen mit gehabt, ne. Aber eigentlich liegt die Schuld sehr oft beim Bestatter, warum die Angehörigen noch 10, 20 Jahre Probleme haben. Okay, das ist schon eine große Aussage. Du sagst quasi, die Schuld, die liegt beim Bestatter. Ich kann das voll und ganz nachvollziehen, weil halt die die Nachsorge oder die die während die diesen diesen kurzen Zeitraum, was kannst Du dann für diese Menschen tun, damit Du sagst, hey, unsere Bestattungshaus, Söhnenregneri hat eine bestimmte Standard, die die erfüllt.
Was machst Du denn? Oder was wo sorgst Du dafür? Ich glaube, wir haben bis jetzt alles ermöglicht. Und das ist das Wichtige dabei. Du versuchst alles zu ermöglichen und bei uns gab's noch ganz, ganz selten ein Nein.
Und was bedeutet alles ermöglichen? Zum Beispiel, kannst Du zum Beispiel nennen? Man kann den Angehörigen den Horizont ein wenig erweitern. Das heißt, die das Standarddenken, so wie es seit 30, 40, 50 Jahren war, muss man nicht haben. Man hat dann Angehörige, die aus der Kirche ausgetreten sind und dann muss man den sturen Gedanken wegnehmen, nur direkt ab Trauerhalle und Beerdigung wie immer nein.
Den Horizont erweitern. Ist der Lieblingsort? Auf der Pferdekoppel. Dann machen wir doch einfach die Lebensfeier auf der Pferdekoppel. Wow.
Und danach geht's natürlich noch zum Friedhof und während dann die Bestattung aufm Friedhof ist, bauen die Angehörigen oder auch wir die Pferde komplett und dann wird gegrillt und gefeiert. Wow, ich krieg Gänsehaut. Das bedeutet, Du gehst eigentlich mit eurem Bestattungshaus immer einen Schritt weiter. Ihr sagt nicht, wir haben hier Protokoll, das haben wir einfach abzuführen oder abzuchecken. Nein, wir hören den Menschen.
Ja. Wie machst Du das? Wie wie wie wie wenn ich dann jetzt mal so brutal bin, wie geht's son Ablauf? Ich krieg eine Anruf, da ist jemand gestorben und dann? Natürlich haben wir unsere Abläufe, natürlich wissen wir, was wir wo wann zu fragen haben.
Aber trotzdem jedes Gespräch ist individuell und so individuell wie auch der Mensch ist. Und das ist das Schöne. Du redest mit den Angehörigen und Du bekommst ein Gefühl, wer derjenige war und dann versuchst Du rauszukitzeln bei den Angehörigen, was am besten ist, weil die ja meistens gar nicht wissen, was alles möglich ist, ne. Und dann eröffnet man ein Gespräch, erst mal mit, es ist alles möglich. Und dann sieht man die Leute überlegen.
Und dann fragt man nach den Hobbys. Und dann so langsam kriegst Du ein Gefühl heraus und sagst, na ja, komm, Blumen hat derjenige nicht gemocht, das haben wir zum Beispiel aktuell. Blumen hat derjenige nicht gemocht, aber er erlegte Segel. Und wir sind gerade dabei, in unserer Schreinerei eine Urne zu bauen, die ein Segelboot ist. Wow, wow, wow.
Das ist schon mitdenken und auch proaktiv arbeite. Quasi ein Schritt vor sein, bevor das überhaupt der Kunde das gefragt hat, oder? Genau richtig. Weil die Kunden ja nicht wissen, was möglich ist. Wobei Kunden ich nenne sie nicht Kunden, ist es für mich Angehörige.
Okay, Angehörige, ja prima. Bei Kunden sehe ich immer, ich Profit rausschlagen möchte. Ja, ja, stimmt. Und bei Angehörigen, wir finden einen Weg dadurch. Natürlich verdienen wir unser Geld damit, aber ich muss nicht den maximalen Profit rausschlagen.
Nee, und ich glaube auch, das eine geht nicht ohne das andere. Natürlich bekommt ihr ein gehaltener, natürlich bekommt ihr Geld Das ist ganz klar. Aber genau mit dem Wort Angehörige hört das bisschen sympathischer an und auch genauso, ich rede über Kunde, aber ich rede auch ganz gerne über Gäste. Wenn ich aus Gast irgendwo in Geschäft komm, fühl ich mich willkommen, dann ein Kunde. Kunde, genau wie Du sagst, er wolle mein Geld von haben.
Ja, genau. Irgendwo wollen wir Profit von haben. Das braucht man, ja, aber vorrangig ist erst mal, dass wir das zusammen bestmöglich, schönst möglich hinbekommen. Das Geld verdienen wir dabei bestimmt irgendwo auf irgend eine Art und Weise, aber dass man nicht den Maximum rausholt, sondern wir wollen eher Maximum die Beerdigung perfekt haben, auf denjenigen angepasst und das ist super. Genau, aber dann ist Geld auch niemals Problem.
Nee, nee. Weil wenn der Kunde genau das bekommen hat oder sogar noch mehr, dann ist niemals Geld ein Problem. So, das ist meine Meinung, genau. Aber gut, grad noch mal zurück auf den Tagesablauf. Ihr geht nach den den Angehörigen und führt ein Gespräch und dann wird alles so in Gang gesetzt oder wie wie wie funktioniert das denn?
Es läuft schon ganz viel parallel. Ein ein Angehöriger ruft an und sagt, wo derjenige verstorben ist. Es wird alles abgefragt und entweder geben wir den normalen Ablauf, das heißt, wir setzen uns jetzt zusammen, besprechen alles, nehmen uns die Unterschriften, was wir brauchen und dann, ja, wie soll bisschen nennen, wir planen dann das Event. Wir sind eigentlich Bestatter mittlerweile ein Eventmanager, ne? Ja.
Das könnte man so sagen. Wir planen die Einladung, wie die Zeit zu uns zeigen oder Briefe. Wir planen danach den Behältigungskaffee oder das Zusammensitzen, die Zeremonie selbst, ne, die Feier selbst planen. Wir also es ist riesenlanger Fuchsschwanz, den mit den Angehörigen planen und meistens geht das auch gar nicht an einem Tag, ne. Man muss öfter sich mit den Leuten zusammensetzen und versuchen, das umzusetzen.
Wie viel Zeitspanne haben Sie? Wie viel Zeit haben Sie meistens? Bei Sargbestattung, das heißt bei Erdbestattung, wenn der Sarg bestattet werden soll, dann haben wir 10 Tage Zeit. Mhm. Und bei 'ner haben wir unendlich Zeit, 3 Monate.
Aber man sollte auch im Kopf behalten, trauerpsychologisch 2, 3 Wochen, dann ist Ende. Ja. Weil irgendwann braucht man den Abschluss. Ja, genau, genau, genau. Das habt ihr da habt ihr auch Erfahrungen gemacht, oder?
Ja. Was sollst Du unbedingt machen, wenn Du mit Angehörige zu tun hast? Was sind sogenannte The Dos, The To Us und The Don'ts? Das Don't do it. Ich schlage oder ich bestimme niemals für die Angehörigen.
Ich gebe immer mehrere Möglichkeiten. Und ich ich wähl die Möglichkeit nicht aus. Die wählen die Angehörigen aus. Das ist dafür gedacht, das ist Trauerarbeit. Du sollst dran arbeiten.
Ich nicht. Ich hab die Trauer nicht. Ich muss nicht dran arbeiten, aber die Angehörigen sollen dran arbeiten. Deswegen gibst Du ganz viele Aufgaben und ganz viele Auswahlmöglichkeiten. Natürlich, ich kann diese Situation kann ich den Angehörigen alles vorlegen.
Die sagen zu allem ja. Sind wir nicht hin und weg, sind wir zweckentags. Aber das sind bestimmt Angehörigen, die das mögen, weil die's auch schwierig finden, in dem Moment eine Entscheidung zu treffen oder nicht? Leg ich den Kugelschreiber hin und warte. Okay.
Ja, es gibt zum Beispiel eine eine Situation immer bei der Zeitungsanzeige. Da steht, wenn man den Wochenspiegel aufschlägt, steht bei den meisten immer über den Angehörigen in Liebe und Dankbarkeit. Ich kann das nicht mehr lesen. Genau. Und bei unseren Anzeigen von 20 Mal steht's noch einmal dabei.
Bei allen anderen sag ich, was möchtet ihr dem Verstorbenen mit auf den Weg geben? Was möchtet ihr zum Abschluss noch mal sagen? Und dann, ja, in stiller Trauer. Da sag ich, nein, das machen die Nachbarn auf die Schleife, das machen wir nicht. Ich will mehr Herz haben.
Und da erzähl ich immer wieder auch bei den anderen Angehörigen eine Situation, das war ein Mann, 2 Meter groß, breit, ein ein Schrank und da ist die Mama gestorben und vermeintlich harter Stein. Und der hat dann auch gesagt, Stille, Trauer, Liebe und Dankbarkeit. Nein, mach ich nicht. Und dann hab ich die Kugelschreiber hingelegt, hab gesagt, ich hab Zeit. Ich warte.
Und nach 3, 4 Minuten hat der Tränen in den Augen bekommen. Ich saß allein mit ihm da, sonst hätt das auch nicht funktioniert. Und dann sagt er, ein Engel hat die Welt verlassen. Oh ja. Ich krieg Gänsehaut.
Ja, das ist das das Ja. War in seinem Kopf. Ja. Das wollen wir haben. Ja.
Und wir wollen nicht irgendwas haben. Wir wollen das Richtige haben. Das war das Richtige. Ja. Nee, kein 0 8 15.
Nein, absolut. Das macht jeder. Und damit, weil hier, ja, wie kann man sich abheben? Ich glaub, damit kann man sich abheben von den anderen. Und dann, wenn Du sagst, Trauer, ja, ist das Arbeit, es ist da muss eingearbeitet werden.
Ja, das geht auch bisschen so ins bisschen, wenn es richtig ist, ins Herz, oder? Soll. Boah. Du sollst das merken, ne. Du sollst merken, eine Beerdigung denken die meisten, nein, wir machen das für die anderen.
Nein, die Beerdigung ist für dich als Angehörige. Du sollst kapieren, wofür Du hier bist. Du hast grad deine Mutter, deinen Vater, deinen Ehepartner verloren und das sollst Du auch merken, damit's besser wird irgendwann. Und wenn Du das immer verdrängst oder früher sogar haben die Angehörigen oft vom Arzt Tablettchen bekommen am Beerdigungstag. Du kriegst nichts mit, klappt super, aber Wochen danach wirst Du nicht fertig.
Du hast immer wieder, schlägt dir 1 mit dem Hammer auf den Kopf, weil Du wo war ich überhaupt, ne? Was was hab ich denn gemacht? Du sollst das durchleben. Ja. Wow.
Und auch alles, was ich an dir ganz gut hör, Philipp, wirklich aus der Perspektive der Angehörige. Hä, kreativ sein, nicht das 0 8 15. Ihr habt erfahren und auch, was ich gerade auch noch mal gehört hat, ein wichtiges Thema, Kirche. Weil grad die katholische Kirche jetzt natürlich im Moment schon, ja, immer mehr Leute sich aus der Kirche austreten und ihr seid im Bestattungshaus, ihr geht gut damit oder wie macht ihr das oder wie wie wie habt ihr das her in der wandelnden Zeit erfahren? Kannst Du da etwas da mehr drüber sagen?
Wir wir sind ja nicht katholische, römisch katholische Kirche, wir sind ja Bestatter für die Menschen. Das heißt, wir haben römisch katholisch, wir haben evangelisch, wir haben konfessionslos, Moslem, Juden auch schon, ein Jude auch schon Bestatter. Das heißt, wir haben ganz viele verschiedene Religionsrichtungen und wir kommen mit jeder Religionsrichtung klar oder anders ausgedrückt, wir wissen, wie wir was bei welcher Religion machen und wenn 1 konfessionslos ist oder möchte halt eben von einem Redner bestattet werden, dann machen wir das auch. Wow. Und ne, und das ist halt eben bei Rede, wir nennen's auch Lebensrede bei uns im Bestattungshaus.
Mittlerweile wird's auch Gott sei Dank, schönerweise oft kopiert das Wort Lebensrede. Das ist keine Trauerfeier. Wir feiern das Leben von demjenigen, ne. Und das Leben ist nicht nur die letzten 5, 6, 7, 8 Jahre, wo es vielleicht nicht so schön war, sondern das Leben ist 60, 70, 80, 90 Jahre. Und das feiern wir.
Und da darf man auch lachen. Man darf lachen und auch weinen bei 1 Lebensfeier. Wow, das ist auch cool. Es ist keine Trauerfeier, aber wir leben das, wir feiern das Leben von den Verstorbenen. Ja.
Wow, so hab ich gar noch nicht betrachtet. Das cool. Weil man ja das Wort Feier mal definiert. Das Wort Feier ist eine Veranstaltung, wo wir uns zusammentreffen. Das steht nicht, dass das traurig ist, auch nicht, dass das freudig ist, es ein Zusammentreffen.
Das ist für uns eine Lebensfeier, weil wir feiern das Leben. Und dann lachen wir und dann grinsen wir wir weiden auch und wenn wir Verhandlungsfreiheit von den Angehörigen bekommen haben, dann kommen auch Überraschungen dann von uns. Und was meinst Du mit Überraschungen? Na, wenn wir dann erfahren, was derjenige gerne getrunken hat oder gerne gegessen hat, dann ist es nicht selten, dass auf einmal, nachdem die Bestattung vorbei ist, wir dann mit einem Tablett Schnaps dastehen oder mit mit, was mich auch schon hat, das wär sehr schön, das war Bettbrötchen ganz zum Schluss, weil er diejenige Bettbrötchen geliebt hat. Und dann gibt's die und dann kriegst Du ein Riesengrinsen im Gesicht, weil die Angehörigen an den Mann denken, wie er das gemacht hat.
Und das ist das ist schön schön zu sehen, ja. Dann dann ist dieses Grinsen und jeder hat's bis jetzt mitgemacht und hat keiner blöd gewonnen. Wow Philipp, ich glaube, ich muss dich mal mitnehmen nach meiner Schule, weil den in den Geschäften und in den Betriebe, weil genau das ist es, einfach zuhören, was der Angehörige will und da vielleicht nicht drüber reden, aber am Ende, wenn die Feier stattfindet, ja, dann hat man, hä, wenn man dann noch mal der Customer Journey, der Kunde Reise noch mal verfolgt, das passiert am Ende und das bleibt immer im Kopf. Soll ja auch. Das ist ja, wir machen's jeden Tag, aber die Angehörigen kommen hin und die Mama und der Papa stirbt nur einmal.
Mhm. Und dann muss das funktionieren und dann muss das perfekt sein. Es geht bei sonem Riesenkomplex, gibt immer irgendwelche Kleinigkeiten, die immer schief, kannst Du nicht ändern. Da ist 'n Buchstabe in der Zeitung falsch, da ist eine Zahl auf dem auf dem Grabkreuz falsch, immer irgendwas. Aber solange das Große und Ganze funktioniert, dann ist das super, ne.
Oh, ich, so ist es letztendlich, weil Fehler machen wir. Und da kann auch mal etwas gesagt werden, was vielleicht nicht so ganz gut verstanden wird oder vielleicht falsch verstanden wird. Aber wenn man zwischendurch mal paar Highlights hat oder 'n paar Momente, wovon der Angehörige in dem Moment, wow, ja, dann ist das alles andere, ich werd vergessen. Man muss man muss im Gespräch fängt's schon an, muss man aufpassen und immer son paar Randnotizen machen, was die Angehörigen gar nicht sehen. Ne, dann dann sagen die Angehörigen nebenbei, ja und ach ja, hat er immer gern Ferrero Küsschen gegessen, da schreiben wir uns auf.
Das reicht schon für uns. Und an der Beerdigung gibt's dann ganz zum Schluss, ach, haben hier noch eine kleine Überraschung vom Herbert, ne, für euch alle. Und dann ist in der Tüte Ferrooküsschen. Und dann steht die Ehefrau vor dir und sagt dann zu dir, Frau, wusstest Du das? Na ja, sag ich, das hat mir 1 verraten.
Und auch nicht sagen, dass man das irgendwo aufgenommen hat, das hat mir 1 verraten, ne, und dann ist das so und dann freuen die sich. Und Du kriegst halt auch innerlich son Grinsen, weil Du sagst, perfekt, hat funktioniert. Ne, Du hast die Angehörigen glücklich gemacht und Ja. Dass sie wieder an den gedacht haben, weil dafür ist eine Beerdigung da. Absolut, Philipp.
Du verstehst einfach, aber Du kannst mir nicht sagen, dass Du das alles in der Ausbildung gelernt hast. Da hast Du auch, denk ich, 'n Fingerspitzengefühl dafür, oder? Ich hoffe, ja. In der Ausbildung lernt man natürlich das nicht, aber man wächst ja irgendwann mit seinen mit seinen Aufgaben und auch meine Mitarbeiter und auch die Auszubildenden, die haben ganz große Handlungsfreiheit. Das heißt, die sollen aus sich rauskommen.
Die sollen neue Ideen machen und nicht in meine Fußstätte treten, sondern ihr eigenes Ding machen. Oh, ich hör Ihnen jetzt so viel Sache, die ich immer versuch, auch in meine Schulungen mit einzubinden, weil Handlungsfreiheit, was bedeutet Handlungsfreiheit für deine Mitarbeiter? Was bringt das dir? Was bringt das mir? Das bringt mir auch Stück weit wieder, dass ich was dazu lerne.
Wenn die ja in meine Fußstapfen treten, dann machen die das, was ich mach. Da kommen ja gar keine eigenen Ideen. Und wenn die ja selber was sagen, dann haben die eigene Ideen und dann kommt das aus denen raus. Dann sag ich, ja, das kriegen wir hin. Oder, oh, das wird schwierig, aber wir kriegen das hin.
So sind nicht nur die Ideen von mir, sondern auch von von denen, ne. Und das ist dann das große Ganze. Wir tun uns gegenseitig hochpushen und wir tun uns gegenseitig verbessern. Und das ist doch dann nachher das Coole dabei, ne. Absolut.
Und ich glaube auch, wenn ich dich, ich hab dich gehört aus der Perspektive von der Angehörigen, aber auch aus der Perspektive von der Mitarbeiter. Und wenn wenn da noch Handlungsfreiheit dabeikommt, ja, dann hat man letztendlich ein Bestattungshaus, was sich hochschaukelt und was letztendlich der Angehörige noch besser bedienen kann. Und dann seid ihr auch im Team. Ja, ja. Ich stell mich Ab und zu muss ich mal den Chef raushängen lassen, ja, aber eigentlich stell ich mich auf die gleiche Stufe wie die Mitarbeiter.
Und das ist dann auch das Schöne. So kommen von denen Ideen, so kommen von mir Ideen, so kommen von jedem Ideen Und schon haben wir was ganz, ganz, ganz, ganz Tolles. An 1 Beerdigung, wir machen eine Beerdigung und da sind so viele Ideen von allen drin, das ist krass. Ne, das ist echt schon Wahnsinn. Hat jeder jeder seine eigene Aufgabe oder ist es eigentlich so, wir haben eine Beerdigung und das machst das jetzt Du?
Oder ist es Prozess, wo jeder an beteiligt ist? Muss auch und dann bisschen separieren. Der eine möchte vielleicht nicht so viel ins Büro, der die andere Dame möchte nicht so viel Beerdigung aufbauen und so hat jeder so sein spezielles Ding. Aber es kann jeder alles. Jeder muss in jede Sparte reingucken.
Das heißt, wenn im Notfall keiner da ist, weiß der andere trotzdem, damit umzugehen, außerhalb, die Auszubildende, die muss natürlich alles durchmachen, ne. Und damit man auch weiß, wo sind die Schwierigkeiten, wo sind die Probleme und wo sind meine Freiheiten, Was erfüllt dich in diesem Beruf? Was, weil wir sagen, hä, wenn wir da mal ganz bisschen Tiefe gehen, etwas soll Sinngebung geben, hä? Was was macht es bei dir, hier diesen Beruf zu machen, Philipp? Ein nach der Beerdigung ein Danke.
Ja? Ja und wenn dann noch die Angehörigen sagen, na, ich weiß ja nicht, sagen die dann, ob man sagen kann, dass eine Beerdigung schön war, weil eine Beerdigung ist ja nicht schön, aber es war schön, sagen die. Und das ist doch für uns das allerhöchste Gut, dass wir ein ein Danke bekommen und zwar ehrliches Danke. Nicht so, ja, ja, komm, danke für eure Arbeit, sondern ehrliches Danke bekommen und dass wir denen weitergeholfen haben und dass wir eine Stütze sind. Das wollen wir sein, weil wir bewirken was.
Wir sind nicht am Fließband oder wir machen immer die gleichen gleiche Handlung. Nein, wir machen komplett individuell, jeden Tag was anderes. Natürlich ist bisschen was immer gleich, aber jeden Tag was anderes und jeden Tag erfüllt dich das, ne, weil Du hast was bewirkt. Ja, genau. Aber so soll's letztendlich sein und ich glaub schon, dass man sagen darf, dass Beerdigern letztendlich schön sein schön ist.
Ja. Weil letztendlich geht es dadrüber, dass derjenige, der verstorben ist, noch letzter, ja, etwas Gutes mitgibt, oder? Ja. Du hast gerade gesagt, wir sind kreativ und wir beachten es aus viele Perspektive. Beerdigung, Bestattung, gibt es da Messe oder wo holt ihr eure Information?
Weil nach der Ausbildung hört es oder Meisterbrief hört es nicht auf. Wie kriegt ihr neue Impulse? Ja, in der Ausbildung hat man schon Kontakte geknüpft, in Meister auch normale Kontakte geknüpft. Auch bin ich seit 2016 Dozent, Lehrer für Auszubildende in Bayern. Da ist die einzige Berufsschule, also überbetriebliche Berufsschule in ganz Deutschland.
Das bedeutet, ein Auszubildender sitzt auch in Bayern dann? Die sitzt erst mal in der Berufsschule und dann müssen wir uns son überbetrieblichen Lehrfriedhof sozusagen Okay. Das Der ist in Münnerstadt in Bayern. Da fahr ich heut Abend auch wieder hin. Ja.
Für 4 Tage und da unterrichte ich Auszubildende. Und was unterrichtest Du dann genau? Also das ist auch total interessant. Genau das, wofür wir, glaub ich, bekannt sind. Ritenbräuche und Dekoration.
Sargausschlag und auch Sarglöten, das ist sind so meine Fächer. Dabei gibt's noch viel, mehr Fächer, aber das sind die Fächer, die mir am meisten Spaß machen. Und was machst Du denn? Was was was unterrichtest Du denn? Wie man richtig bei welchen Verstorbenen dekoriert.
Na, Du hast römisch katholisch, was muss dahin und was mach ich dabei? Du hast Es gibt Regeln. Es gibt Regeln, ja. Ich bin total unbekannt. Es gibt Regeln dafür.
Römisch katholisch ist zum Beispiel Weihwasser. Okay. Evangelisch hat kein Weihwasser. Weihwasser. Ah Weihwasser.
Ja, okay. Römisch katholisch ist das Weihwasser, damit sagen, wir halt eben auf Wiedersehen. Ja. Und wenn jemand aus der Kirche ausgetreten ist, dann logischerweise kein Weihrwasser, ne. Und dann bei den römisch Katholischen wieder, da gibt's ein Kreuz mit Korpus, das heißt Korpus ist, wo der Jesus am am Grab, am Kreuz hängt, Und so unterscheidet sich das alles von anderen, ne.
Und da muss man, das sollte man wissen, die großen Unterschiede. Was Du danach draus machst, wie die Dekoration auszusehen hat, wenn da ein Sarg steht, dass Du den schräg stellst. Und da gibt's Herz, Seite zeigen, da gibt's so viele Regeln, was man erst im zweiten Mal, was man als Angehöriger gar nicht merkt, aber es macht das Gesamtbild. Du merkst das nicht, wie wir das machen, aber Du sagst ja, irgendwie war das stimmig und schön. Genau, genau.
Und das liegt daran, dass Du dich an Regeln hältst. Das ist natürlich auch gut, weil das ist auch gut, dass Du das sagst. Viel war natürlich Handlungsfreiheit, kreativ, aber ich bin auch der Meinung, es muss sone rote Faden geben, die immer da ist, weil letztendlich ist das unsere Festung oder da können wir uns dann festhalten oder dann dann gibt's bisschen Struktur oder? Ja, genau. Das ist das Grundkonzept, ne.
Und darauf kannst Du dann aufbauen, dass da musst Du so machen und alles andere bastel. Ja, ist auch bei der bei der Ohrenbestattung möcht ich auch viel, viel mehr Persönliches haben als bei einem Sarg. Ja. Zum Beispiel, ja. Wenn wenn man setzt sich mal selber in diese Situation rein, wenn ein Sarg in der Trauerhalle steht.
Ja. Und Du kommst als Gast rein. Ja. Du flüsterst. Du bist leise.
Du flüsterst. Du weißt, was da los ist. Du weißt, dass da ein Mensch drin ist. Wenn jetzt eine Orne in der Halle steht, das ist dir mehr egal. Du bist lauter.
Und wenn Du dann sagst, wenn man einen Sarg hat, braucht man eigentlich nicht mal Bild vom Verstorbenen. Braucht man nicht in die Halle zu stellen. Sieht schöner aus, alles gut, braucht man nicht. Bei Urne brauchst Du's, weil Du sollst, wie ich eben schon gesagt hab, wissen, wofür Du da bist. Und jetzt steht die Urne da, dieses Tüppchen, wo viele Leute sich nicht vorstellen können, dass das alles funktioniert.
Und daneben ist Bild. Und jetzt guckst Du schon länger nach vorne hin. Du guckst dir das Bild an, Du guckst dir die Urne an und ratterst bisschen im Kopf. Und jetzt steht unter dem Bild, vielleicht weil derjenige Schreiner war und weil derjenige gerne Weizenbier getrunken hat, jetzt steht da drunter Schreinerhobel, Hobelspäne, paar Stücke Holz, 'n kleines gebaute Sache von demjenigen, Taschenmesser, weil er immer Messer in der Tasche hatte, Weizenbier. Und dann siehst die Leute, die Angehörigen grinsen.
Die lachen, die grinsen, wenn die da draufgucken. Und warum? Weil die weil die dann diesen Menschen da hingeholt haben. Dann denken die an den, dann ist der da. Und wenn der da ist, dann ist das eine Beerdigung.
Ja. Ich sag zu den Angehörigen immer, wir können eine Beerdigung so machen, dass ihr keine Tränen verliest. Ich stell die Ohren aufn Stuhl, 4 Dauerbrenner daneben, ihr seid die ganze Zeit stinksauer auf mich, aber der Tag geht super rum, aber das ist nicht Sinn und Zweck. Du sollst an dem Tag merken, wofür Du da Ja. Aber das ist schon interessant, dass diese Gegenstände letztendlich, weil das war mir gar nicht bewusst, dass sie notwendig sind, letztendlich diese Person in diese Urne vorzustellen zu können und dass es bei ihm sagt, genau wie Du sagst, da ist das ist präsent.
Das ist das steht da. Das Genau. Das weiß man, das kann man sofort im Kopf und ein Urne würde vielleicht auch noch unseren Kopf anders mit verknüpfen mit 'ner Vase oder Genau. Blumen oder so etwas. Wow, wow, da steckt schon viel mehr drin, da man, was man eigentlich dacht.
Du sagst, ich bin Lehrer an der Berufsschule, Auszubildender. Ich kann mich auch vorstellen, dass viele Auszubildende vielleicht später erst in diesen Beruf gehen. Schon schon richtig, hauptsächlich älter. Also das, wo ich mit 16 angefangen hab, war ich der Jüngste. Ja.
Und wenn ich jetzt in der Schule bin und die Auszubildende vor mir hab, ganz selten Sechzehn-, Siebzehnjährige. Die Regel ist, 22, 23, 24, entweder nach dem Abitur oder ein Erlebnis mal gehabt in der Familie und wollen deswegen Bestatter werden. Die ganz Jungen sind meistens so wie ich, die vom Familienbetrieb kommen. Ne, das ist, die sind dann vorbelastet, die sind vom Familienbetrieb und alle anderen sind meistens älter, Umschüler und das ist richtig, ja. Wie war das für dich, so jung eigentlich mit der Tod in Berührung zu kommen?
War nie ein Problem. Nein. War schon als Kind nie Problem. Meine meine Eltern haben dann dann sind wir unterwegs gewesen ins Schwimmbad und dann kam der Anruf und ja, dann halt eben kein Schwimmbad. Zurückfahren und mein Bruder, der war da bisschen anders gestrickt, der fand das immer schrecklich.
Jetzt müssen wir wieder wegen so blöden Toten nach Hause. Ja. Und ich hab schon als Junge gesagt, ja, dann ist das so, ne? Gibt Grund, ne, warum wir jetzt nicht da hinfahren. Und deswegen schon, dann hab ich immer meinen Papa früher immer angepackt, wenn der ins Krematorium gefahren ist.
Früher war das noch so, dass das Krematorium in Aachen war. Es kamen auch nicht so viele Krematorien. Und dann morgens vor der Schule hab ich ihm dann den Sarg angepackt ins Autoladen und dann ist er gefahren und ich bin zur Schule. Wo der eine Kind das Hund vielleicht noch Ja. Kasse gehen muss, hast Du quasi mit in den Sarg ins Auto gepackt.
Wow. Ja, wir haben da auch kurz drüber gesprochen, wie hebst Du dich von deinen Mitbewerbern ab? Das ist quasi das Persönliche, dass Du sehr kreativ bist oder kannst Du da noch etwas drauf ergänzen? Also ist ja das, ich glaub, am am besten näht man sich ab, wenn man sich nicht abheben will. Also nicht abheben will, sondern wenn man's nicht absichtlich machen will.
Wir machen das für uns. Nicht zum Abheben, wir machen das für uns und wir wollen bei jedem Verstorbenen die Einzigartigkeit rauskitzeln. Und ich glaub, das ist das, was den Leuten gefällt. Ja, genau. Und weil ihr euch selber seid wahrscheinlich und ihr ausm Herzen macht.
Weil wir richtig Lust haben auf diesen Beruf, ja. Das kann ein Außenstehender nicht verstehen, aber ich hab zu jedem gesagt, wenn Du hier Praktikum machst und Du musst aufpassen, die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass Du hier eine Ausbildung machen willst. Weil Du wirklich, Du erfüllst was, ne. Und das ist das macht Spaß. Ja, ja, das glaube ich.
Ja, wenn jeder das machen sollte, auch zum Beispiel in in 'n Elektrizitätsgeschäft oder bei bei der ReWe oder bei der Edeka, dann wär natürlich schon, wenn das ausm Herzen kommt, obwohl diesen Beruf natürlich schon wirklich, die muss irgendwo in der Gene oder im Blut stecken, denke ich Oder ein ein sehr schönes Erlebnis mit Tod gehabt haben oder ein sehr blödes Erlebnis mit Tod gehabt haben. Ich hab ganz viele Auszubildende, die haben in der Vergangenheit Oma, Opa, Beerdig und die fanden das fürchterlich und wollten das verbessern. Das bekomme ich in der Schule mit. Oder die fanden das ganz, ganz schön, die wollten das auch machen. Das ist, warum Externe in diesem Beruf, ich sei Externe, ich bin ja familienbedingt in dem Beruf, warum Externe da einsteigen, ist, weil die entweder besonders schönes Erlebnis haben oder nicht so schönes Erlebnis haben.
Ja, aber ich glaub, man will etwas bewirken. Ja, auf jeden Fall. Auf jeden Fall. Ich komm aus der Niederländer, ich bin hier in Deutschland und beim Anfang hatte ich das, ich hab paar Trauer mitgemacht. In Holland sind die schon auch frei darin.
Hast Du da auch einige Sachen mal von Holland aus mitbekommen oder wir haben damals zum Beispiel, ist das Laieche? Verstorbene, ja. Der Verstorbene. Laieche ist, das Wort mag ich überhaupt nicht. Nee, nee, Verstorbene.
Mein Bruder zum Beispiel stand zu Hause, die Kinder haben da rumgespielt. Ich fand's total interessant. Ich weiß nicht, ob das ich es mag, aber es war so. Wie stehst Du da? Ja, auch auch ganz, ganz offen.
Es gibt natürlich Regeln und Gesetze, dass ein Verstorbene, wenn er zu Hause verstirbt, darf er 36 Stunden auch zu Hause bleiben. Okay. Wenn er nicht zu Hause verstirbt, darf er eigentlich nicht mehr nach Hause. Und dieses eigentlich mal mit einem Zwinkerauge. Und so müssen wir uns an paar Sachen auch da halten, ne.
In den Niederlanden ist es ja so, da ist ja die hauptsächliche Bestattung oder Beerdigung ist ja die Einäscherung, Ne, und in Deutschland ist die hauptsächliche Bestattung nicht die Einäscherung, sondern auf dem Friedhof das. Ja. Und natürlich holen wir uns auch sehr viele Ideen von Niederlanden. Es gibt auch eine niederländische Firma mit Schmuckartikeln für Fingerabdrücke und wo man bisschen was abfüllen kann. Das holen wir uns ganz viel von denen, weil's auch modern ist, ne.
Und da hängen die Deutschen noch extrem hinterher. Aber wie machst Du das dann auch mit mit ausländischen Einwohnern, die auch aus, ja, jetzt Niederlande, aber es gibt natürlich ja, wie Du gerade gesagt, totale viele Konfessisionen. Konfessionen, ja. Oder auch verschiedene Länder. Und eigentlich, so hab ich es erfahren, wie ich es gewohnt war, so nehm ich es quasi auch mit nach Deutschland.
Aber hier sind andere Regeln. Aber wie geht ihr damit Na ja, wenn es kommt ja auf dich drauf an, wenn Du noch deinen richtigen Pass hast, kriegen wir die Bestattung so hin wie für die Niederlande. Ah. Und so ist es mit alles, auch in andere Länder, wenn Nein, nicht immer, nein. Du musst immer gucken, welches Land ist es.
Und wenn Niederländer stirbt, dann sag ich zum Beispiel, er wird in den Niederlanden bestattet, da und da und dann darfst Du die Urne dahin mitnehmen. Das wär für einen Deutschen undenkbar. Der darf wir dürfen ja nicht die Urne nach Hause nehmen. Ich weiß auch nicht, ob das ohne mich jetzt auch, ob das ich mit nach Hause nehmen will, aber Ja. Das ist schon interessant.
Aber da musst Du auch, da hast Du auch alles viel mit zu tun, mit unterschiedliche Kulturen, unterschiedliche Menschen, unterschiedliche Denkweisen. Ja, und da sind wir wieder beim Thema Ausbildung extrem wichtig. Absolut. Und das ist von der Versorgung von einem Verstorbenen, wie ich den wieder herrichte oder wasche oder anziehe, bis über Bürotätigkeiten, über Sterbeversicherungen, das ist ein Riesending. Ja.
Das ist ein Riesending und das das geht in meinem Kopf nicht ohne Ausbildung. Nee, nee, nee, eine bestimmte Basis muss man haben. Ich glaub, das Sensible an das Thema und auch die Empathie, ich glaub, das muss man in Herzen haben, das muss quasi, das steckt im Blut drin. Muss sein. Aber eine bestimmte Basis, die muss man auf jeden Fall Ja.
Haben. Kannst Du vielleicht, jetzt noch mal bisschen so, herr Trauerfeier, hast Du auch mal etwas Lustiges erlebt oder so etwas, wo man dir gedacht hat, boah, hey, das war schon noch cool? Fast jede Beerdigung lachen. Wirklich? Lachen wir, ja.
Wenn wenn wir die Rede halten, dann bauen wir schon was Cooles, versuchen schon bei jedem was Cooles einzubauen. Aber was hab ich noch Cooles erlebt? In Anführungsstrichen cool. Ich habe einen na ja, wunderschönen Suizid gehabt. Oh, okay.
Das war so, ja. Und kannst Du da etwas mehr übersagen oder geht das nicht? Ja, von der Frau ist der der Mann gestorben. Mhm. Und die hatten nur noch sich.
Und irgendwann hat dann die Frau sich auch suizidiert mit Tabletten und die hat aber, wo wir dahin kamen, da 3 Briefe liegen gehabt. Der eine Brief für den Doktor, der andere Brief für die Polizei, ein Brief für mich. Und die haben wir alle nacheinander mit der Polizei aufgemacht und da stand drin, die Polizei, ich hab mich selber umgebracht, ich möchte nicht mehr leben. Beim Arzt stand genau das Gleiche drin, so und so. Und bei mir stand drin, lieber Herr Sonnen, ich bin jetzt unterwegs zu meinem Mann.
Ich möchte nicht mehr alleine hier wohnen und ich habe keine Lust mehr und ich freu mich total, meinen Mann wiederzusehen und können Sie mich bitte genauso beerdigen wie meinen Mann? Und dann stand da unten drunter PS, den Sessel, den sie so schön fanden, den schenk ich Ihnen. Ich hatte einen, die hatte einen sehr schönen Schwesterfield Sessel. Da hab ich mich immer reingesetzt, hab mich richtig wohlgefühlt. Ich hab gesagt, den will ich hier abkaufen.
Ich hab gesagt, nein, den kriegt, den bekomm ich erst, wenn die tot ist. Ja, und dann hat sie das so gemacht und sie hat noch mehr Briefe verteilt. Sie hat bei der Nachbarin geschrieben, hör mal, Du wolltest dir doch diese Kinderwagen kaufen, hat aber nicht genug Geld. Hier ist 200 Euro für den Kinderwagen. Sag mal, Du wolltest doch diese Versicherung von deinem Auto war doch so teuer.
Hier ist 100 Euro für die Versicherung. So hat die jedem in diesem Haus was Gutes getan. Und das ist doch eigentlich, wenn die nicht mehr leben wollte, das war für mich mit der schönste Tod, der schönste Suizid, ne. Das ist Suizid ist Kacke, ja aber für die Frau war das doch, warum nicht? Es war eine Leistung.
Sie wollte das. Sie wollte das. Punkt Ende. Das war ihre Entscheidung und dann hat sie allen noch was Gutes getan. Das war schon cool.
Wow, wow und ich glaube, damit würde ich auch diesen Podcast beende. Wirklich, Philipp, es war mir wirklich, ja es war sehr interessant, sehr spannend und ich glaube über dieses Thema könntest Du noch 3 Stunde reden. Ein Bruchteil. Ja, das ist nur ein Bruchteil. Vielleicht müssen wir's noch mal noch mal öfters machen, aber vielen lieben Dank und was ich auf jeden Fall mitnehme, das ist dass letztendlich das persönliche und immer ein Schritt vorne sein, proaktives Arbeiten, damit dass Du immer dies in diesem Fall die Angehörige gewinnen kannst.
Und dass es nicht da drum geht, alles nach Ablauf zu machen. Natürlich gibt es eine bestimmte Basis, aber letztendlich, wenn man nicht gut hört, Notizen macht und ein Schritt vorne bist, dann ist es für den Kunde oder für den Angehörigen in diesem Fall immer gut. Philipp, ich danke dich ganz, ganz herzlich für diesen tollen Podcast und ich bin überzeugt, das wird nicht schöner. Danke. Gerne.
Danke.
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