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Was macht eine Beerdigung wirklich gut? Ein Bestatter erklärt es
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Was macht eine Beerdigung wirklich gut? Ein Bestatter erklärt es

Eine gute Beerdigung entsteht nicht durch Protokoll, sondern durch echtes Zuhören, individuelle Gestaltung und proaktives Mitdenken, das Angehörige wirklich begleitet.

4. März 202613 min Lesezeit

Inhaltsverzeichnis

  1. Warum nennt ein Bestatter seine Klienten Angehörige statt Kunden?
  2. Was bedeutet es, bei einer Beerdigung alles zu ermöglichen?
  3. Was ist der Unterschied zwischen einer Trauerfeier und einer Lebensfeier?
  4. Warum ist trauerpsychologisches Wissen für Bestatter unverzichtbar?
  5. Wie sorgt Handlungsfreiheit im Team für bessere Beerdigungen?
  6. Was macht ein Bestattungshaus wirklich unverwechselbar?

Warum nennt ein Bestatter seine Klienten Angehörige statt Kunden?

Wer von Kunden spricht, denkt an Profit. Philipp Sonnen spricht von Angehörigen, weil es ihm nicht um maximalen Gewinn geht, sondern darum, gemeinsam den richtigen Weg zu finden.
Philipp Sonnen, Bestatter in Gerolstein mit über einem Jahrzehnt Erfahrung, hat eine klare Haltung zu Sprache: Wörter verraten Haltung. Wer seine Klienten Kunden nennt, denkt automatisch in Kategorien von Profit und Transaktion. Wer sie Angehörige nennt, denkt in Kategorien von Begleitung und Verantwortung. Sonnen bringt es im Gespräch direkt auf den Punkt: "Bei Kunden sehe ich immer, ich Profit rausschlagen möchte. Bei Angehörigen finden wir einen Weg dadurch. Natürlich verdienen wir unser Geld damit, aber ich muss nicht den maximalen Profit rausschlagen." Das ist keine Marketingstrategie. Es ist eine Grundentscheidung, die den gesamten Ablauf im Bestattungshaus prägt. Denn wer den maximalen Abschluss sucht, hört anders zu als jemand, der den richtigen Weg sucht. Wer auf Marge optimiert, stellt andere Fragen als jemand, der fragt: Was hat dieser Mensch geliebt? Was würde zu ihm passen? Die Konsequenz ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Wenn Angehörige genau das bekommen, was sie brauchen, manchmal sogar mehr, ist Geld nie das Problem. Der Wert entsteht zuerst. Die Vergütung folgt.

Sprache ist kein Detail. Sie ist das erste Signal, welche Grundhaltung ein Unternehmen wirklich hat. Wer "Angehörige" sagt, hat eine andere Frage im Kopf als wer "Kunden" sagt. Und aus dieser anderen Frage entstehen andere Gespräche, andere Lösungen und am Ende: andere Ergebnisse.

Was steckt hinter dem Wort "Angehörige"?

Das Wort Angehörige beschreibt eine Beziehung, keine Transaktion. Sonnen vergleicht es mit dem Unterschied zwischen Kunde und Gast: "Wenn ich als Gast irgendwo in ein Geschäft komme, fühle ich mich willkommen." Ein Gast wird empfangen. Ein Kunde wird bedient. Angehörige in einer Beerdigung brauchen mehr als Bedienung. Sie brauchen Begleitung. Und genau das beginnt mit dem richtigen Wort.

Was bedeutet es, bei einer Beerdigung alles zu ermöglichen?

Alles ermöglichen bedeutet: proaktiv zuhören, Randnotizen machen und die Einzigartigkeit eines Menschen so in die Feier einweben, dass Angehörige staunen, ohne je danach gefragt zu haben.
Philipp Sonnen sagt es ohne Umschweife: "Ich glaube, wir haben bis jetzt alles ermöglicht. Und das ist das Wichtige dabei." Ein Nein gibt es in seinem Bestattungshaus kaum. Aber was steckt dahinter? Kein Protokoll, keine Checkliste. Es ist die Haltung, den Horizont der Angehörigen zu erweitern, bevor diese selbst wissen, was möglich ist. Der Ausgangspunkt ist immer das Gespräch. Nicht das standardisierte Abfragen von Formulardaten, sondern echtes Zuhören. Wer war der Mensch? Was hat er geliebt? Was hat er abgelehnt? Genau aus diesen Details entstehen Momente, die bleiben. Blumen mochte er nicht, aber er segelte leidenschaftlich. Ergebnis: In der hauseigenen Schreinerei entsteht gerade eine Urne in Form eines Segelboots. Kein Angehöriger hatte das so bestellt. Die Idee kam aus dem Gespräch, aus dem aufmerksamen Zuhören, aus einer einzigen Nebenbemerkung.

Proaktives Mitdenken beginnt nicht beim Angebot, sondern bei der Randnotiz. Wer beilaeufige Saetze wie "er hat immer Ferrero Küsschen gegessen" konsequent aufschreibt und in die Feier einwebt, schafft Momente, die Angehoerige ein Leben lang behalten. Das ist kein Kundenservice. Das ist emotionaler Kredit, der sich im stillen Dankeschoen nach der Beerdigung auszahlt.

Lebensfeier auf der Pferdekoppel: Wenn der Lieblingsort zur Trauerfeier wird

Aus der Kirche ausgetreten, kein Bezug zur Trauerhalle, aber ein Lebensort, der alles sagt: die Pferdekoppel. Philipp Sonnen macht das moeglich. Die Lebensfeier findet dort statt, danach geht es zum Friedhof zur Bestattung. Waehrend die Angehoerigen auf dem Friedhof sind, wird die Koppel umgebaut. Danach wird gegrillt und gefeiert. Kein Protokoll bricht, kein Ablauf leidet. Und die Feier passt zum Menschen, der gestorben ist.

Ferrero Küsschen als letzte Überraschung: Wie Randnotizen Geschichte schreiben

Mitten im Erstgespraech sagt jemand nebenbei: "Er hat immer Ferrero Küsschen geliebt." Philipp Sonnen schreibt es auf. Die Angehoerigen sehen das nicht. Doch am Ende der Beerdigung erscheint ein Tablett, eine kleine Tüte, eine stille Botschaft: vom Herbert, fuer euch. Die Ehefrau dreht sich um, Traenen im Gesicht: "Wer hat euch das verraten?" Die Antwort: "Das hat mir jemand erzaehlt." Mehr braucht es nicht. Der Verstorbene ist fuer einen Moment wieder da.

Was ist der Unterschied zwischen einer Trauerfeier und einer Lebensfeier?

Eine Lebensfeier feiert das ganze Leben eines Menschen, nicht nur seine letzten Jahre. Lachen ist ausdrücklich erlaubt, persönliche Gegenstände machen den Verstorbenen spürbar präsent.
Philipp Sonnen verwendet in seinem Bestattungshaus bewusst nicht den Begriff Trauerfeier. Für ihn ist es eine Lebensfeier, und der Unterschied ist nicht nur semantisch. Eine Trauerfeier fokussiert auf den Verlust. Eine Lebensfeier feiert 60, 70, 80 Jahre gelebtes Leben, nicht nur die letzten Jahre, die vielleicht schwer waren. Da darf man lachen. Da darf man weinen. Beides gehört dazu. Das Wort Feier bedeutet schlicht ein Zusammentreffen, sagt Philipp. Nicht traurig, nicht freudig, sondern gemeinsam. Genau das ist der Kern. Besonders bei Urnenbeerdigungen setzt Philipp auf persönliche Gegenstände neben der Urne. Und das hat einen konkreten trauerpsychologischen Grund: Vor einer Urne verhalten sich Menschen anders als vor einem Sarg. Man flüstert, man ist ruhiger, wenn der Sarg im Raum steht. Aber vor einer kleinen Urne verliert man leicht den Bezug. Man wird lauter. Die Verbindung fehlt. Ein Schreinerhobel, Hobelspäne, ein Taschenmesser, ein Weizenbier neben der Urne, das verändert alles. Die Angehörigen grinsen. Sie lachen. Nicht weil die Situation lustig ist, sondern weil sie den Menschen plötzlich wieder sehen. Er ist da. Und wenn er da ist, dann ist das eine Beerdigung, die wirkt.

Eine Beerdigung soll nicht verhindert werden, dass Tränen fließen. Sie soll dafür sorgen, dass Angehörige merken, wofür sie da sind. Wer das durchlebt, kann auch loslassen. Wer es verdrängt, trägt es jahrelang mit sich.

Warum persönliche Gegenstände keine Dekoration sind

Ein Bild reicht oft nicht. Was Angehörige wirklich berührt, sind die Dinge, die den Verstorbenen erkennbar machen: sein Lieblingsmesser, seine Hobelspäne, das Weizenbier, das er jeden Abend trank. Diese Gegenstände aktivieren Erinnerung. Die Angehörigen sehen nicht mehr die Urne, sie sehen den Menschen. Das ist der Unterschied zwischen einer Zeremonie und einem echten Abschied.

Lachen bei einer Beerdigung: erlaubt oder unangemessen?

Philipp sagt klar: Bei fast jeder Beerdigung wird gelacht. Er baut das bewusst ein. Ein eingebautes Detail in der Rede, eine kleine Überraschung am Ende, Ferrero Küsschen aus der Tasche vom Herbert. Die Ehefrau steht da und fragt ihre Nachbarin: Wusstest Du das? Diese Momente geben dem Abschied Wärme. Sie sind kein Widerspruch zur Trauer, sie sind ihr Herzstück.

Warum ist trauerpsychologisches Wissen für Bestatter unverzichtbar?

Falsch begleitete Trauer kann Angehörige jahrzehntelang belasten. Wer trauerpsychologisches Wissen fehlt, richtet langfristigen Schaden an, der oft dem Bestatter anzulasten ist.
In Deutschland braucht man keinen Meisterbrief, um ein Bestattungshaus zu eröffnen. Wer will, geht zum Amt, meldet ein Gewerbe an, und ist Bestatter. Philipp Sonnen, selbst Bestatter und seit 2016 Dozent an der einzigen überbetrieblichen Berufsschule für Bestatter in ganz Deutschland, hält das für einen gravierenden Fehler. Sein Argument ist direkt: Trauerpsychologisch kann man sehr viel falsch machen. Und wer es falsch macht, schiebt die Verantwortung gerne auf die Angehörigen selbst, nach dem Motto, die hatten es eben schwer. Die eigentliche Ursache bleibt unsichtbar. Denn wer Trauer nicht versteht, wer nicht weiß, dass Angehörige aktiv an ihrer Trauer arbeiten müssen, wer stattdessen alles vorgibt und abnimmt, raubt ihnen genau das: die Möglichkeit, loszulassen. Sonnen beschreibt es so: Wer einem Angehörigen auf dem Höhepunkt des Schmerzes alle Entscheidungen abnimmt, nimmt ihm auch die Trauerarbeit. Das Ergebnis? Menschen, die noch zehn oder zwanzig Jahre danach kämpfen. Nicht weil der Verlust so groß war, sondern weil niemand sie richtig begleitet hat. Diese Verantwortung verlangt Ausbildung. Drei Jahre. Nicht als Formalität, sondern weil das Berufsbild inzwischen riesig ist: Bürokratie, Sterbeversicherungen, Versorgung des Verstorbenen, Dekoration, religiöse Riten, trauerpsychologische Begleitung. Das geht nicht ohne fundierte Basis.

Fakt: Nur 1 Berufsschule in ganz Deutschland bildet Bestatter überbetrieblich aus (Bestatterverband Deutschland, Berufsschule Münnerstadt)

Trauer ist Arbeit. Wer diese Arbeit dem Bestatter übergibt, statt sie gemeinsam mit den Angehörigen zu gestalten, löst keine Trauer auf, er verschiebt sie. Ein guter Bestatter gibt Entscheidungen zurück, nicht weg.

Warum dürfen Angehörige keine Entscheidungen abgeben?

Sonnen hat eine klare Regel: Er bestimmt nie für die Angehörigen. Er gibt Möglichkeiten, legt den Kugelschreiber hin und wartet. Manchmal mehrere Minuten. Denn diese Entscheidungen, welches Zitat in der Todesanzeige steht, welche Musik gespielt wird, was neben der Urne liegt, sind Trauerarbeit. Wer sie abnimmt, nimmt auch den Abschluss.

Was passiert, wenn die Trauer nicht gelebt wird?

Früher bekamen Angehörige am Beerdigungstag vom Arzt Tabletten, um den Tag durchzustehen. Man kam durch. Aber Wochen später schlug die Trauer ungefiltert zurück. Sonnen bringt es auf den Punkt: Du sollst das durchleben. Eine Beerdigung, die nichts berührt, ist kein Dienst an den Angehörigen, sie ist eine verpasste Chance auf echten Abschluss.

Wie sorgt Handlungsfreiheit im Team für bessere Beerdigungen?

Wenn Mitarbeiter eigene Ideen einbringen dürfen statt Vorgaben zu kopieren, entstehen bessere Beerdigungen, weil das gesamte Team sich gegenseitig verbessert und jede Feier mehr Tiefe bekommt.
Philipp Sonnen führt sein Team nicht mit Anweisungen, sondern mit einer klaren Erwartung: eigene Ideen. "Die sollen aus sich rauskommen. Die sollen neue Ideen machen und nicht in meine Fußstapfen treten, sondern ihr eigenes Ding machen." Das klingt einfach, ist aber eine bewusste Führungsentscheidung mit direkten Folgen für die Qualität jeder Beerdigung. Der Gedanke dahinter ist logisch: Wer nur kopiert, was der Chef macht, bringt keine neuen Impulse. Wer aber Handlungsfreiheit hat, denkt mit. Und wer mitdenkt, verbessert das Ergebnis. "Wenn die in meine Fußstapfen treten, dann machen die das, was ich mach. Da kommen ja gar keine eigenen Ideen." Sonnen stellt sich selbst auf dieselbe Stufe wie seine Mitarbeiter, nicht als Chef mit Korridor, sondern als Sparringspartner auf Augenhöhe. Das Ergebnis: "Wir tun uns gegenseitig hochpushen und wir tun uns gegenseitig verbessern." An einer einzigen Beerdigung stecken bei Sonnens Bestattungshaus Ideen von mehreren Menschen drin. Der eine hat den Lieblingssong recherchiert, die andere hat die Dekoration auf den Verstorbenen abgestimmt, ein Auszubildender hat einen Detail-Einfall, den niemand sonst gehabt hätte. Dieses Zusammenspiel ist kein Zufall, es ist Struktur.

Handlungsfreiheit ist kein Führungsverzicht. Sie ist das Instrument, mit dem ein Bestattungshaus aus einem Protokoll eine echte, unverwechselbare Feier macht. Wer sein Team in eigene Ideen zwingt, zwingt es gleichzeitig ins Mitdenken. Und Mitdenken ist genau das, was Angehörige am Ende als "schön" empfinden.

Was bedeutet Handlungsfreiheit konkret im Arbeitsalltag?

Jeder Mitarbeiter bei Sonnen hat sein Spezialgebiet, aber kennt alle Bereiche. Wer nicht ins Büro mag, arbeitet mehr am Aufbau. Wer ungerne dekoriert, übernimmt andere Aufgaben. Aber im Notfall kann jeder alles. Das gibt Sicherheit nach innen und Flexibilität nach außen. Auszubildende durchlaufen bewusst alle Bereiche, damit sie verstehen, wo Schwierigkeiten entstehen und wo ihre eigene Freiheit beginnt.

Warum lernt der Chef vom Team?

Sonnen sagt klar: "Das bringt mir auch ein Stück weit, dass ich was dazu lerne." Wenn Ideen nur von oben kommen, stagniert das Niveau. Wenn ein Auszubildender einen ungewöhnlichen Vorschlag macht und Sonnen antwortet mit "das kriegen wir hin" statt mit einem Nein, entsteht eine Kultur, in der jede Beerdigung besser werden kann als die letzte.

Was macht ein Bestattungshaus wirklich unverwechselbar?

Ein Bestattungshaus wird unverwechselbar, indem es nicht versucht, sich abzuheben, sondern einfach das Richtige tut: Einzigartigkeit herausarbeiten, aus echtem Interesse heraus, nicht aus Strategie.
Philipp Sonnen bringt es auf den Punkt, ohne lange darüber nachzudenken: "Am besten hebt man sich ab, wenn man sich nicht abheben will." Keine Marketingstrategie, keine kalkulierte Differenzierung. Nur der ehrliche Antrieb, bei jedem Verstorbenen die Einzigartigkeit herauszuarbeiten. Das klingt einfach. Es ist es nicht. Denn dahinter steckt eine Haltung, die sich durch jeden Kontaktpunkt zieht: vom ersten Telefonat bis zur letzten Geste am Grab. Wer Ferrero Küsschen am Rand des Gesprächs erwähnt, findet sie am Ende der Feier in einer kleinen Tüte, überreicht mit den Worten: "Das hat mir jemand verraten." Niemand weiß, dass es aufgeschrieben wurde. Aber alle spüren, dass jemand wirklich zugehört hat. Genau das ist der Kern: Unverwechselbarkeit entsteht nicht durch Konzepte, sondern durch konsequente Aufmerksamkeit. Rand-notizen, die niemand sieht. Ideen, die aus dem Team kommen. Momente, die hängen bleiben.

Fakt: Laut einer Studie des Bundesverbandes Bestattung aus dem Jahr 2022 wünschen sich über 70 Prozent der Hinterbliebenen eine individuell gestaltete Trauerfeier statt eines standardisierten Ablaufs. (Bundesverband Bestattung, 2022)

Differenzierung ist kein Projekt. Sie ist das Ergebnis von Menschen, die mit echter Lust auf ihren Beruf jeden Tag das Richtige tun. Wer das intern verankert, braucht keine Abhebungsstrategie mehr.

Wie geht Philipp mit verschiedenen Religionen und Kulturen um?

Das Bestattungshaus Sonnen bestattet romisch-katholisch, evangelisch, konfessionslos, muslimisch und judisch. Nicht als Kompromiss, sondern mit echtem Fachwissen: Weihwasser beim romisch-katholischen Abschied, kein Weihwasser bei der evangelischen Bestattung, Lebensrede statt Trauerfeier bei Konfessionslosen. Philipp nennt es schlicht: "Wir wissen, wie wir was bei welcher Religion machen." Angehorige merken das nicht bewusst. Aber sie spuren, dass alles stimmig ist.

Was inspiriert Philipp aus den Niederlanden?

Die Niederlande sind fur Philipp eine echte Inspirationsquelle. Dort ist die Einascherung die haufigste Bestattungsform, individuelle Gestaltung ist selbstverstandlich, und Schmuckartikel mit Fingerabdrucken oder personlichen Beigaben sind langst etabliert. "Da hangen die Deutschen noch extrem hinterher", sagt Philipp offen. Was in Holland normal ist, wird im Bestattungshaus Sonnen bereits gelebt: moderner, personlicher, mutiger als der deutsche Standard.

Häufig gestellte Fragen

Warum nennt Bestatter Philipp Sonnen seine Klienten Angehörige statt Kunden?

Weil das Wort Kunde impliziert, dass man Profit maximieren will. Angehörige dagegen signalisiert: Wir suchen gemeinsam einen Weg. Das Geld verdient man dabei, aber es ist nie das vorrangige Ziel. Wer wirklich das Richtige für Angehörige tut, muss sich um die Vergütung keine Sorgen machen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Trauerfeier und einer Lebensfeier?

Eine Lebensfeier zelebriert das gesamte Leben eines Menschen, nicht nur die letzten schweren Jahre. Das Wort Feier bedeutet lediglich ein Zusammentreffen, nicht zwingend Trauer. Bei einer Lebensfeier darf gelacht werden, darf geweint werden, und darf der Verstorbene als Persönlichkeit sichtbar werden.

Braucht man in Deutschland eine Ausbildung, um ein Bestattungshaus zu eröffnen?

Nein, rechtlich gesehen nicht. Wer möchte, kann ein Gewerbe anmelden und sofort als Bestatter arbeiten. Philipp Sonnen hält das für problematisch, weil die Ausbildung drei Jahre dauert und trauerpsychologisches Wissen vermittelt, das direkten Einfluss auf die Verarbeitung von Angehörigen hat.

Wie gestaltet Bestattungshaus Sonnen individuelle Beerdigungen?

Das Team fragt nach Hobbys, Lieblingsgetränken, besonderen Gegenständen und dem Lieblingsort des Verstorbenen. Daraus entstehen individuelle Überraschungen: eine Urne in Form eines Segelboots, Ferrero Küsschen als letzte Geste oder eine Lebensfeier auf der Pferdekoppel. Kein Nein als Standard, sondern alles ermöglichen als Haltung.

Warum gibt Philipp Sonnen seinen Mitarbeitern Handlungsfreiheit?

Weil Mitarbeiter, die nur in seinen Fußstapfen treten, keine eigenen Ideen entwickeln. Handlungsfreiheit bedeutet: Jeder bringt sich ein, neue Ansätze entstehen, und das Gesamtergebnis wird besser. Ideen kommen nicht nur von oben, sondern aus dem ganzen Team. Das pusht alle gegenseitig nach oben.